Hundertdreiundsechzig

Hundertdreiundsechzig

Glasperlenjazz am Do. 26. Mai 2026

Liebe Freunde und Freundinnen

Vorgestern, Dienstag hatten zwei Personen gemeinsam taggenau 163 Jahre seit ihrer Geburt an Zeit verplempert ( Mehr oder weniger..)

Der eine leider bereits seit 35 Jahren nicht mehr unter den Lebenden, der andere zwar schon teilweise etwas bedient, mit abgeschlagenen Kanten, Kratzern, Lackschäden, einigen bereits etwas eingeschliffenen Lagern und oben drüber auch schon so manchen kleineren oder größeren Schäden (manche sagen so. andere so..) am Dach – aber immerhin noch einigermaßen flüssigkeitsdicht und brauchbar – wenn die Ansprüche realistisch eingestuft werden. Und das im Jahr der offiziellen Außerdienststellung im bezahltem Verdienstleben….

Gut – zur Auflösung: Nachdem ich jetzt lange über MICH und meine 63 Jahre referiert habe, bleiben noch 100 über und die sind am gleichem Tag beim Jahrhunderttrompeter (sic) MILES DAVIS verstrichen.

Nachdem sein Jahrestag sich viel imposanter anfühlt und auch seine kreativen Eruptionen  etwas häufiger und üppiger in den Geschichtsbüchern zu finden sind als meine  -

mache ich heute – erst recht! - eine Sendung über

IHN

 

Nach all dem, was den diversesten Medien - allein dieses Landes schon – schon seit Ende letzten Jahres - entronnen ist, bleibt zu dem, was  an Fakten, Geschichten, Meinungen, Analysen und Recherchen bereits publiziert wurde, noch Folgendes zu sagen :

(leicht nervöses, rasselndes Rattern von Drumsticks auf einer blechig scheppernden Snare-Drum und dann ein einzelner, knochentrockener, am Rand des Wummerns verortbarer Beat auf der Bass-Drum: „RrrrrrRrrrrRrrRrrrrrRrrRrrrrrRRRR-BOMMMM“

…bleibt also nach pompöser Einleitung zu sagen……:

NADA / NICHTS!

Alles schon auf- und abgehandelt und verzählt! Wie es ihm als Kid in der Volksschule ging, als Jugendlicher mit der nicht zu toppenden Virtuosität eines Dizzy Gillespie, als von rassistischer Polizei blutig geschlagenem afro-amerikanischen Jungstar, als drogen- und suchtzerschossenem menschlichen Wrack, als rastloser Sucher nach immer noch Neuerem, der sich mit Mit- und Lebensmenschen so regelmäßig wie mit Fangruppen überwarf, als einer, dessen letztlich finaler Schlaganfall bezeichnenderweise einem wildem Streit ( mit einem Arzt – wer weiß, vielleicht sogar mit einem anderer Hautfarbe) entsprang.

Miles Davis, ein seltsamer, scheinbar unregelmäßig strukturierter Kristall mit zwei Konstanten: Erstens immer präzise am Punkt zu sein, was auch immer passiert und zweitens der Instinkt und Wille zur Talentfindung und deren Weiterentwicklung.

 Aber ja, das haben wir alle schon erfahren. Mehrfach. Also bleibt mir in erster Linie die Freude, Musik von ihm aus diversen Jahrzehnten zu spielen.