Les Femmes !

Les Femmes !

Glasperlenjazz am Do., 2. April 2026 um 20:06

Rundherum kracht es und auch im Gebälk unter unseren Füßen vibriert nicht nur die Spannung. Detonationen ziehen ihre Wellenkreise und schlagen wie Tsunamiwellen an allen möglichen Küsten an. Auch die Reichweiten von Furcht und Angst (und sei`s auch nur der Angst vor einer Beeinträchtigung der eigenen fetten Feel-Good- Zone) werden großer und größer.

Und nicht zum ersten Mal frage ich mich dann: Wie wärs mit mehr Frauen – oder vielleicht sogar- nur Frauen an der Macht?

All die Wahnsinnigen, die hinter den Kriegen stehen, all die Wahnsinnigen, die hinter den Ideen einer herrschenden Oligarchenklasse stehen, die meisten hinter Rassismus, rechts-rechtem Gedankengut bis hin zum Faschismus und auch toxischer (Pseudo-) Religiosität Stehenden sind: Männer !

Und dann sind da Frauen. Frauen, die meist Opfer und nur selten Täter sind; Frauen, die klein gehalten werden, diskriminiert und gedemütigt werden; Frauen die oft auch Mütter sind, Mütter, die ihre Kinder verlieren – an Herrscher – an Gleichgültigkeit – an Kälte – an Intoleranz -an Unmenschlichkeit.

Frauen, die fast überall in der nominellen Überzahl sind! Frauen, die in westlich orientierten Weltgegenden wählen können. Wählen können! (Manchmal nur mehr: ) Wählen könnten!

Und all die Wahnsinnigen, die Selbstbestimmtheit zerstören, die Freiheit zerstören, die Lebensgrundlagen und Natur zerstören, Menschenrechte und in finaler Besinnungslosigkeit sogar direkt menschliches Leben auslöschen als wären sie Götter und hätten das Recht, über das „Sein“ zu richten : All diese Männer : Sie standen oder stehen noch immer zur Wahl!

Liebe Frauen: Wäre ich gläubig, würde ich Euch mit einem „Um Himmels Willen“ anflehen!

 

Diese Woche im Glasperlenjazz: Frauen, die phantastische Musik machen. Sich auch in ihrem Tun mit Niemandem matchen. Nicht mit Männern, nicht mit Ideen, nicht mit Techniken. Mit Nichts!

Hilde heißt das London/Nordrhein-westfälische Quartett mit der ungewöhnlichen  Instrumentierung: Posaune, Stimme, Violine und Cello  - und obwohl sie betonen, große Strecken zu improvisieren, würde ich nur bedingt : „Jazz“ dazu sagen. Aber auch nicht „Kammermusik“. Auch nicht „Ambient“. Oder „Folk“. Oder „Indie“, Alternative“. Und schon gar nicht „Pop“. Keine Ahnung: Hilde ist Hilde, und sitzt damit nicht zwischen den Stühlen sondern auf allen gleichzeitig drauf! Das nennt man dann Musik  - vielleicht sogar Wahrhaftigkeit. Das ist eine staunende Wanderung durch weite Landschaften und Emotionen.

Die kann man auch nicht in Titel erklären und splitten. Ich spiele also die ganze CD im Stück durch – so funktioniert sie am besten.  HILDE mit der CD : TIMBRE.

Weil das für die ganze Sendung zu kurz ist, stelle ich noch einige Titel einer der ausgefallensten  Musikerinnen der letzten 60Jahre voran.  Annette Peacock. Sie brachte ihren Mann Gary Peacock von der Seite Miles Davis an die von Albert Ayler, komponierte wunderbare Musik für Ihren späteren Partner Paul Bley, brachte den ersten Synthesizer von Robert Moog auf Platte und reüssierte nach ewig langer Pause mit Streichquartett auf ECM. Platten von Ihr gibt es fast keine; alles seehr rar.

Das wird’s dann gewesen sein und ich hoffe, dass den Beginn machend die Frauen Ungarns bei den Wahlen in vierzehn Tagen tief darüber nachdenken werden, in welche Richtung sie die Weichen stellen werden !