Willkommen in Schlanding, Amrei Jäger!
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Willkommen in Schlanding, Amrei Jäger!

Ein Gespräch mit Biobäuerin Amrei Jäger über das Hinausgehen in die Welt und die Entdeckung, dass der eigene Zukunftstraum zu Hause wartet!

Was passiert, wenn eine junge Frau hinaus in die Welt zieht und dabei entdeckt, dass ihr Platz am elterlichen Biohof ist? Darüber spricht diesmal die junge Biobäuerin Amrei Jäger, die bei Roland Gruber in Schlanding zu Gast ist. Auf ihren Reisen hat sie auf Bauernhöfen mitgearbeitet, andere Lebensweisen kennengelernt und herausgefunden, wie sie selbst leben und arbeiten möchte. Heute gestaltet sie gemeinsam mit ihrer Familie die Zukunft ihres Biobauernhofes Jäger mit viel Liebe zu den Tieren, eigenen Ideen und Platz für Kunst und Begegnung.

Im Gespräch erzählt Amrei, dass schon in ihrer Jugend die Arbeit am Hof und Buschenschank nie einfach nur Arbeit war, sondern das gemeinsame Tun der Familie im Mittelpunkt stand. Sie spricht über das Heimkommen mit all den Erfahrungen aus der Welt, über das Hineinwachsen in die Verantwortung der Hofübernahme und über das Loslassen und Zusammenarbeiten zwischen den Generationen. Sie erzählt von intensiven Erdäpfel-Erntetagen, ihrer Freude an der Arbeit mit den Kühen und davon, warum zwischen Stallarbeit und Hofladen auch Kreativität und die Freude am Feiern ihren Platz brauchen.

Bemerkenswert ist dabei ihre Haltung zum Stress. „Der Stress hört bei mir auf“, hat sie irgendwann für sich entschieden. Gerade Tiere reagieren unmittelbar auf Hektik. Wenn es rundherum zu schnell wird, versucht Amrei deshalb, wieder bei sich anzukommen: atmen, den eigenen Körper wahrnehmen, die Füße auf dem Boden spüren. Eine erstaunlich einfache Methode in einer Welt, die gedanklich ständig schon beim nächsten Termin ist.

Und ein Bauernhof darf für Amrei mehr sein als ein Produktionsort. Sie malt, interessiert sich für Kunst und Kultur und öffnet den Hof für Literatur und Begegnung. Nicht immer nur funktionieren, nicht jede Minute mit einer To-do-Liste zupflastern, das ist für sie ein Teil der Lebensphilosophie, die sie versucht möglichst oft auch umzusetzen.

Für die Zukunft hat sie klare Bilder: weniger Industrialisierung und Plastik, mehr regionale Kreisläufe, Nahversorgung und Verantwortungsübernahme für den eigenen Ort in der Zukunftsgestaltung. Der Bauernhof als Ort, an dem Lebensmittel entstehen, Menschen zusammenkommen und Neues wachsen darf.

Für das Schlanding-Museum bringt Amrei schließlich ein denkbar kleines Geschenk mit, in dem eine große Geschichte steckt: eine Handvoll Weizenkörner vom eigenen Hof. Im Oktober werden sie gesät, im kommenden Juli erst geerntet. Dazwischen liegen Monate des Wartens und Vertrauens. Die Körner erzählen von Geduld, vom Vorausdenken und davon, was wir heute säen, damit morgen etwas wachsen kann.